Mono oder Farbe?

Auch diese Frage läßt sich nicht mit einem einfachen "Ja" und "Nein" beantworten.

Bei den Farb-Kameras (DFK und DBK) besitzt der Chip eine sogenannte Bayer-Matrix, also Farbfilter vor jedem Pixel-Element in einem ganz bestimmten Muster. Normalerweise ergeben jeweils ein roter, ein blauer und zwei grüne Pixel jeweils einen RGB-Wert. Da aber jeweils nur 1/4 der Pixel blaues, nur 1/4 der Pixel rotes und nur die Hälfte der Pixel grünes Licht und detektieren können, ist der "Füllfaktor" für den jeweiligen Farbkanal entsprechend klein. Der Anwender in der Planetenfotografie wird gezwungen, die Brennweite zu erhöhen, um dem Nyquist-Kriterium gerecht zu werden und das macht natürlich das Bild dunkler. Der SW-Chip ist also "empfindlicher", aber nicht weil die Pixel grundsätzlich empfindlicher wären (auch hier muß letztendlich ein Filter vor den Chip), sondern weil der Füllfaktor besser ist.

Der besseren Empfindlichkeit des SW-Chips steht der viel höhere Bearbeitungsaufwand entgegen. Es gilt zumindest dreimal mehr Bilddaten zu prozessieren und anschließend sinnvoll übereinanderzulagern. Manch ein gequälter Planetenfotograf wählt deswegen auch einen Mittelweg und nimmt die RGB-Daten mit einer Webcam auf und spendiert Luminanzdaten aus einer SW-Kamera.

Der Vorteil in der Empfindlichkeit einer SW-Kamera (DMK) läßt sich in der Praxis mit etwa 1-2 Blendenstufen angeben. Hätte man bei einer Farb-Kamera bei genügend hoher Abtastung etwa 1/15s Belichtungszeit, ließe sich bei einer SW-Kamera mit Farbfilter etwa 1/30s erzielen. Gerade bei größeren und offenen Teleskop-Systemen ist das ein ganz entscheidender Vorteil.

Neben dem hohen Nachbearbeitungsaufwand steht bei einer SW-Kamera natürlich auch der zusätzliche technische Aufwand. Ein hochwertiger RGB-Filtersatz aus Interferenzfiltern ist nicht gerade billig und schließlich wird man sich auch eine bequeme Möglichkeit des Filterwechsels wünschen. Diese Mehrkosten sollte man ins Kalkül ziehen.